Samurai-Schwimmer – schwer gerüstet

Ein Wasser-Krieger: Mutsuo Koga übt sich im traditionellen japanischen Schwimmsport. Andere mögen zum Badespaß hier in die Halle kommen, er macht es sich so richtig schwer. An die 15 Kilogramm wiegt so eine Samurai-Rüstung. Damit zu laufen ist schon anstrengend, damit zu schwimmen ein Kampfsport. Mutsuo Koga, hält sich in Kampfmontur über Wasser: „Als ich zum ersten Mal mit der Rüstung geschwommen bin, da bin ich fast ertrunken. Ich strampelte und ging dauernd unter. Es war sehr Furcht erregend.“

Heute ist Mutsuo Koga 27 und nimmt an einem Schauschwimmen teil. Sein Vater ist Großmeister der traditionellen Kobori-Schule, er war jahrelang auch sein Schwimm-Mentor. Er ist nur halb zufrieden – sein Sohn war zu lange nicht mehr mit Rüstung im Wasser: „Er hat kräftige Beine. Wenn er mehr trainiert hätte, dann hätte er auch besser schwimmen können. Aber er ist ja jetzt berufstätig und etwas aus der Übung.“

Schwimmen mit Rüstung ist natürlich die Krönung – und besonders Schweiß treibend. Aber schon die einfachen Bewegungen des traditionellen japanischen Schwimmens haben es in sich. Kein Wunder: Die Samurai mussten sich einst überall fortbewegen können, gegen Strömungen, Wellen und stürmische See, und stets erhobenen Hauptes. Viele junge Japaner lernen allerdings lieber die westlichen Schwimmarten. Und so mancher Anfänger entdeckt die Freuden des japanischen Schwimmens erst im Seniorenalter.

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