Samurai 660x330 - Kampfsport mit Waffen – die eigenen körperlichen Fähigkeiten schulen

Kampfsport mit Waffen – die eigenen körperlichen Fähigkeiten schulen

Es scheint einfach nicht mehr in unsere Zeit zu passen: Kampfsport mit Waffen. Denn wer muss heute noch mit einem Speer oder einem Schwert umgehen können? Doch das Training mit diesen Waffen erhöht die eigene körperliche Fähigkeit und die Kondition. Anstelle von Stahlwaffen wird mit Holzwaffen trainiert, um so Verletzungen vorzubeugen. Aber auch die Beherrschung von Alltagsgegenständen als Waffe wird dazu gezahlt, wie bspw. mit dem Regenschirm.

Die Sumarai – ausgerüstet mit zwei Schwertern

Der Begriff Samurai ist die übliche Bezeichnung im Westen für ein Mitglied des Kriegerstandes im vorindustriellen Japan. Allerdings ist in Japan selbst die Bezeichnung Bushi üblich. Heute wird „Samuarai“ einzig und allein für den Kriegeradel jener Zeit verwendet und nicht bspw. für Ashigaru (Leicht gerüstete Soldaten). Als Rõnin wurden die herrenlos gewordenen Samurai bezeichnet.

Das Schwerterpaar (Daishō) war das äußere Kennzeichen der erhabenen sozialen Stellung. Es war ausschließlich den Samurai vorbehalten dieses zu tragen und bestand aus dem langen Kantana und dem kurzen Wakizashi bzw. Kōtetsu. Das Kantana ging im 15. Jahrhundert aus dem Tachi hervor und wurde ab Ende des 14. Jahrhundert traditionell von den Samurai verwendet. Das Samurai Schwert ist gegenüber den meisten geraden Schwertern der europäischen Ritter leicht gebogen und eher wie ein Säbel für das Schneiden geformt. Interessant ist, dass die Vorder- und Rückseite unterschiedlich gehärtet waren. Ein Treffer mit einem solchen Schwert verursachte tiefe Schnittwunden und trennte Gliedmaßen ab. Der Verzierung des Schwertes sowie der Schwertscheide wurde viel Bedeutung zugemessen – ebenso wie beim europäischen Adel.

Iaido – kämpfen mit eingeschobenem Schwert

Bei Iaido handelt es sich um eine japanische Schwertkunst und die einzige, die mit eingeschobenem Schwert beginnt. Der Übende stellt sich beim Iaido einen imaginären Gegner vor und auf diesen schlägt er immer wieder nach einem exakt vorgegebenen Ritual ein. Das Iaido diente früher dem Überleben. Es ging darum, schneller zu sein als der Feind. Doch warum wird es noch heute praktiziert?

Die Ausübung des Iaido dient dem inneren Frieden, der Erhöhung der Konzentration und der Selbstbeherrschung kombiniert mit Entschlossenheit. Iaido hilft dabei, immer und in jeder Situation voll präsent zu sein. Beim Üben werden Charakter und Persönlichkeit geformt. Stets ist ein Gegner vorhanden und diesen gilt es zu besiegen und diese ist der Übende selbst.

Es gibt viele Kampfsportarten mit dem Schwert. Doch Iaido weist eine Besonderheit auf: Hier wird nicht mit dem bereits gezogenen Schwert gekämpft. In einer einzigen Bewegung kommt es zu ziehen des Schwertes, zum Zuschlagen und gewinnen. Der Angriff ist so blitzschnell, dass es gar nicht mehr zu einem Zweikampf kommt. Kein Gefecht, keine Abwehrtechniken.

Hauptsächlich wird Iaido allein geübt, praktisch der einsame Wolf gegen den Rest der Welt. Der Gegner ist reine Vorstellung und erst später kommt es zu Partnerübungen, um das Timing und den richtigen Abstand zu finden. Das höchste Ziel ist es, zu siegen, ohne das Schwert zu ziehen. Ist der Iaidoka eine starke Persönlichkeit geworden und hat eine entsprechende Ausstrahlung erlangt, dann wird niemand auch nur auf die Idee kommen ihn anzugreifen.

Die Technik der Samurai

Die Samurai waren es, die ursprünglich Iaido entwickelt haben. Es handelte sich zunächst um eine Technik, mit der Überraschungsangriffe abgewehrt wurden. Ein wichtiger Punkt dabei war es, stets auf einen Angriff vorbereitet zu sein, selbst wenn das Schwert gerade nicht zur Hand war. Zudem beruht die Schnelligkeit auf der Fähigkeit, dem Gegner in die Seele schauen zu können und dabei seine Absicht zu erkennen. In dem Moment, wo der Iaido-Kämpfer die Tötungsabsicht seines Gegenübers bemerkt, zieht er sein Schwert.

Zwar gibt es keinerlei praktische Anwendung mehr für diese Technik mehr in der heutigen Zeit, aber dennoch gibt es immer noch viele Menschen, die diesen Kampfsport ausüben und das ein Leben lang. Der Grund ist, dass beim Iaido Geist und Körper zu einer Einheit verschmelzen – verbunden durch das Schwert.

Der Iaidoka muss in jeder Situation unmittelbar aufmerksam sein, um das zu erreichen, und stets in vollkommenen Einklang mit den gegebenen Umständen handeln. Innere Ruhe und Perfektion das ist das, was der Iaidoka lernt. Er erwirbt ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstkontrolle, das zum größten Teil ein geistiges Üben ist. All die im Training erworbenen Fähigkeit übertragen sich auf den Alltag. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Ruhe, Aufmerksamkeit und Entschlossenheit. In Japan üben gestresste Manager diese Kunst mit dem Schwert. Auch Vertreter anderer Kampfsportarten suchen in Iaido einen Ausgleich.

Das Wort Iaido und dessen Geschichte

„Battojutso“ ist die älteste Bezeichnung für diese Kampftechnik: die „Kunst des Schwertziehens“. Später kam dann „Iaijutsu“ auf, wobei die Endung „jutsu“ auf Deutsch „Kunst“, „Technik“, „Methode“ bedeutet. Noch heute ist diese Endung an den Namen einiger Kampfsportarten zu finden. In den 1960er Jahren ersetzte die Endung „-do“ das „-jutsu“, da sich das Trainingsziel von Kampf immer mehr hin zur Kultivierung von Koerper und Geist verschob. Schließlich wurde aus dem Iaijutsu dann Iaido. Wird „Iaido“ auf Deutsch übersetzt, dann könnte es so viel heißen wie: Der Weg des jederzeit ganz hier-sein. Zudem kommt im Namen dieser Schwertkunst der Begriff „Schwert“ nicht vor.

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